Der Clou der Cala Mondrago (ca. 4 km südlich Portopetro) sind seine durch eine »Promenade« miteinander verbundenen Strande Font de N’Alis und S’Amarrador zwischen Felsen und Kiefernwald. Im Sommer kommen tagsüber zahlreiche Besucher aus der Umgebung. Dort verlebt einen schönen Urlaub vom Typ »Strand, Sonne und Meer« preiswert im Hostal Playa Mondrago, wen die ortsferne Lage nicht stört. Das Haus gehört lediglich zur * Kategorie, immerhin aber bieten die meisten Zimmer einen Balkon zur Bucht. Der einzige Nachbar (ca. 100 m ist das Hotel Condemai mit deutsch/englischer Belegung in rückwärtiger Lage. Hier erhalten Sie mehr Informationen für Finca und Landhotels. Das Gebiet rund um die beiden Strandausbuchtungen und ein Teil des hier einsamen Hinterlandes bilden den Parc Natural Cala Mondrago, der zu Spaziergängen und Naturbeobachtung einlädt. Nach Portopetro fährt ein Vorortbus. Mit dem Leihfahrrad ist man keine Viertelstunde unterwegs; auch Cala d’Or und Cala Figuera liegen noch in Radfahrer-Reichweite.
Die einst versteckte Cala Barca Tiencada wird heute von der immensen Anlage des Club Cala Barca (ca. 3 km südlich von Porto-
petro, 2 km nördlich Cala Mondragö) »erdrückt«. Der Club kann in Deutschland über mehrere Veranstalter gebucht werden.
Turismo Rural und Agroturismo
Individualisten und Trendsetter zieht es auf Mallorca – statt in Hotels der großen Ferienorte an den Küsten – zunehmend in Fincas und alte Stadthäuser, die zu kleinen, oft idyllisch gelegenen Individualhotels umgebaut wurden. In den letzten 10 Jahren schössen diese »wie Pilze« aus dem Boden. Daran war zunächst die Europäische Union nicht ganz unschuldig. Brüssel förderte die Umstellung unrentabler landwirtschaftlicher Betriebe auf touristischen Einkommenserwerb durch Kreditgewährung und Zinssubventionen: Denn wenn hektarweise Oliven- und Orangenbäume und andere Zweige der Landwirtschaft nicht mehr genug abwerfen, um eine Familie zu ernähren, könnte vielleicht das alte, romantisch felsgemauerte Gehöft nach einem entsprechenden Umbau gerade das bieten, was manche Urlauber suchen. Urlaub im Ferienhaus oder eine Finca mieten. Viele Wegweiser auf dem Lande tragen heute daher den Hinweis Turismo Rural und Agroturismo. Beide Begriffe können mit »Ländlicher Tourismus« übersetzt werden, aber in Spanien unterscheidet die Tourismusbehörde Häuser mit Hotelcharakter, die in die Sternchenkategorien eingeordnet werden (Turismo Rural, wobei »ländlich« ein weit gefaßter Begriff ist; auch einige Kleinstadthotels dürfen sich als »hoteles rurales« bezeichnen), und andere, die sich den dafür geltenden Kriterien entziehen (Agroturismo), weil es z.B. an bestimmten Serviceeinrichtungen fehlt.
Die Abstufungen beim Grad der Bewirtschaftung sind zahlreich, die meisten Fincas sind aus Gästesicht faktisch Hotels. Eines haben Fincas, Casales (wörtlich: »Häuser«), Granjas und Predios gemein (letztere beiden: »Gutshöfe« und »Landsitze«): Für den Tourismus umgestaltet sind sie alle nicht ganz billig (etwa ab €100 fürs Doppelzimmer mit Frühstück und mehrheitlich weit darüber). Bei richtiger Wahl sind viele das Geld durchaus wert (O Beileger »Optimal unterkommen auf Mallorca«), jedoch eine Reihe von ihnen auch nicht.
Wichtig zu wissen ist, dass beide Bezeichnungen – »Hotel Rural« und »Agroturismo« – an die Mitgliedschaft im Verband Associacio Agroturisme Balear gekoppelt sind, die nicht zu knappe Beiträge kostet. Viele Eigentümer von Finca- oder Stadt-hotels verzichten daher darauf. Die Realität zeigt, dass ein gutes Preis-Leistungsverhältnis nicht von der Verbandsmitgliedschaft abhängt. Es gibt durchaus weniger »umwerfende« Agro-turismo-Häuser einerseits und andererseits tolle Fincas und Landhotels, die nicht das Agrosiegel tragen.
Den größten Teil der Cala Rajada Unterkünfte, soweit sie nicht eindeutig als Cala Agulla oder Son Moll nah klassifiziert sind, findet man relativ strandfern. Das gilt vor allem für die preisgünstigeren Häuser, die mehrheitlich in einem weniger tollen Viertel oberhalb des Hafens liegen. Von dort aus ist es andererseits nicht weit zur Flanier-Promenade vom Hafen nach Son Moll und auch nicht zur abendlichen Kneipenszene.
Cala Rajada ist trotz Touristenrummels und der – im Gegensatz zu mancher Konkurrenz (Peguera!) – bislang weniger sichtbaren Anpassung an modernere Erfordernisse ein ansehnlicher Ort. Der geographischen Randlage sei Dank fehlt zwar der Durchgangs-verkehr, die lokale Verkehrssituation mit einem restriktiven Einbahnstraßensystem ist bei Hochbetrieb dennoch oft unerfreulich, Parken ein Problem. Maßnahmen zur weiteren Verkehrsberuhigung sind angeblich in Vorbereitung.
Die an sich schöne Lage hat auch Nachteile: wer Mallorca entdecken möchte, befindet sich mit Cala Rajada als Ausgangsort in der falschen Ecke. Das durchaus interessante Umfeld ist relativ schnell »abgegrast«. Alle sonstigen Ziele erfordern weite An- und Abfahrten. Aber für Urlaubsformen zwischen reinem Strand- und Wasserinteresse und kombinierten Aktivitätsferien bietet Cala Rajada manche Möglichkeit. Mit starken Einschränkungen gilt dies wegen der – mit geringen Ausnahmen – unvermeidlich langen Wege für Familien mit Kleinkindern, auch wenn mehrmals täglich eine Straßenbimmelbahn zwischen den Stranden unterwegs ist. Für diese Urlaubergruppe gibt es geeignetere Orte. In Cala Rajada ist von Juni bis September genug los, um jeden Abend »einen drauf« zu machen, wenn es denn sein muss. Aber ebenso lassen sich ruhige Ferien abseits allen Rummels verbringen. In einer Urlaubs Unterkunft wie eine Finca oder einem Ferienhaus auf Mallorca. Auch eine Mischung aus beiden Extremen, mal Ruhe, mal Geselligkeit oder Disco kann man dort leicht realisieren. Alles in allem: Cala Rajada ist – unabhängig von Altersgruppen – für viele Urlauber eine gute Wahl.